Menschen ohne Obdach (MOO-Projekt)
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Das MOO-Projekt

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Im März 2011 gewinnt ein Jugendprojekt, in dem sich junge Menschen um gesellschaftliche Außenseiter kümmern, den "Lübecker Ehrenamts-Oscar": den Förderpreis der Rotary-Stiftung für "Beispielhaftes jugendliches Ehrenamt". Drei große weiße Buchstaben stehen auf der Rückseite ihrer braunen Jacken: "M-O-O"... MOO steht für "Menschen ohne Obdach", ein Jugendprojekt der ev.-luth. Kirchengemeinde in St. Jürgen in Kooperation mit der Vorwerker Diakonie, das es bereits seit März 2005 gibt. Insgesamt 12 Jugendliche bzw. Jungerwachsene aus St. Jürgen von 14 - 22 Jahren sind im sozial-diakonischen Bereich der Wohnungslosenhilfe ehrenamtlich tätig. Jeden zweiten Montag trifft sich das Jugendteam zum sogenannten "Montagstreff" in der Zentralen Beratungsstelle für Wohnungslose (ZBS) der Vorwerker Diakonie, Wahmstr. 60. Dort wird mit Mitarbeitern des Hauses unter der Leitung von Udo Blankenstein, zuständig in St. Jürgen für die Kinder- und Jugendarbeit, und unter Mithilfe der Besucher des Montagstreffs ein gemeinsames Essen zubereitet. Neben dem Aspekt der frischen und gesunden Zubereitung einer Mahlzeit steht vor allem das gemeinschaftlich-kommunikative Tun zwischen Jugendlichen und Menschen in Armut im Mittelpunkt. Gemeinsam wird mit den zwischen 25 und 45 Gästen des Montagstreffs das Essen begonnen, wobei die Jugendlichen am Tresen der Eingangshalle das Essen und Getränke ausgeben.

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Bei Tisch ergeben sich weitere Gespräche untereinander. Die Wahrnehmung der jeweils unterschiedlichen Lebenswelten beeindruckt Jugendliche sowie Hilfesuchende gleichermaßen, mit dem Resultat, dass trotz aller Verschiedenheit das Gemeinsame entdeckt wird. Anne Ohm, seit knapp drei Jahren im Projekt dabei, wohnt in der Nähe von Bad Segeberg und trägt in ihrer Freizeit sogar Zeitungen aus, um sich die Fahrkarten zum MOO-Projekt leisten zu können. Sie sagt: "Ich finde es gut, wenn man in seiner Freizeit etwas Sinnvolles unternimmt; und anderen Menschen zu helfen, finde ich wichtig. Dementsprechend fahre ich jedes Mal nach der Schule mit dem Bus nach Lübeck. Dies ist zwar ein langer Tag, da ich von 6-20 Uhr unterwegs bin, aber ich habe das Gefühl, dass mir die investierte Zeit und das Geld wieder zurückgegeben wird!". Und auch die 15jährige Marisa, die als Konfirmandin das Projekt kennen lernte und begeistert dabei blieb, findet es wichtig, ein offenes Ohr für die Besucher zu haben, von dem beide Seiten etwas haben. "Ich möchte auch einmal die andere Seite des Lebens wahrnehmen, die Probleme und Brüche im Leben der Menschen hören und verstehen. Das hilft mir dabei, Vorurteile zu überwinden." In diesem Jugendprojekt müssen keine Themen künstlich aufbereitet werden, die Fragen an das Leben, und den Sinn allen Strebens, Fragen, die jeden Heranwachsenden beschäftigen, stellen sich im MOO-Projekt durch die Begegnung mit Menschen, die die Schattenseiten im Leben nur zu gut kennen. Und auch der Tod unseres Stammgastes Olli (s. Button "Besucher"), der im Winter 2010 in einem Straßengraben erfroren aufgefunden wurde, hat neben der Trauer und Bestürzung im Team viele Gespräche über Leben und Tod, und unser Verhältnis zu den Montagstreff-Besuchern geführt.

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Besondere Unternehmungen wie eine einwöchige Dänemark-Freizeit, Kegelabende, der Besuch eines VfB-Fußballspiels, das Treffen der Bewohner im Bodelschwingh-Obdachlosenheim, die Teilnahme an einem Fußballturnier u.ä. vertiefen die bereits gedeihenden Kontakte. Ein zweimal im Jahr stattfindender Supervisionstag unter professioneller Anleitung dient den Jugendlichen des Projektes dazu, ihre Erlebnisse zu reflektieren, eigene Ängste oder Probleme wahrzunehmen und an der Lösung zu arbeiten. In den Montagen zwischen zwei "Montagstreffs" kommt das MOO-Team in den Jugendräumen der St-Jürgen-Gemeinde zusammen, um Erlebtes zu reflektieren, aber auch, um sich als Gruppe auszutauschen und näher kennen zu lernen. Dabei wird auch inhaltlich mit Texten, Spielen und Filmen zu den Themen "Alkohol- und Drogenprävention", "Armut" und "Obdachlosigkeit" gearbeitet. Und natürlich kommt das gemeinsame Musizieren und Singen mit Co-Projektleiter Mathias an der Gitarre nicht zu kurz. Seit September 2008 wird der Montagstreff auch von Konfirmanden der St.-Jürgen-Gemeinde freiwillig besucht und unterstützt. Die 13-14jährigen profitieren dabei ebenfalls von den positiven Erfahrungen und werden behutsam an die Themenfelder "Armut", "Wohnungslosigkeit" und "Diakonische Arbeit" herangeführt. Aus dem vergangenen Jahrgang blieben gleich zehn Konfirmierte dem MOO-Projekt als Teamer erhalten!

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Die Pröpstin des Kirchenkreises Lübeck Petra Kallies war im Januar 2010 im "Montagstreff" anwesend und zeigte sich hinterher begeistert von dem Engagement und der Gemeinschaft im Team der Jugendlichen. "Das MOO-Projekt ist wirklich ein zukunftsweisendes und beispielhaftes Projekt kirchlicher Jugendarbeit", konstatierte die Pröpstin. Auch ihr Vorgänger Ralf Meister - heute Bischof der hannoverschen Landeskirche - war im Advent 2007 zu Gast und war voll des Lobes angesichts der Begegnungen und Gespräche zwischen Jugendlichen und Besuchern, denen er an diesem Tag beiwohnen konnte. Unterstützen auch sie das MOO-Projekt mit ihrer Spende, sei es in Form der Beteiligung an unseren Flohmärkten (indem sie eigene Sachen verkaufen und einen Teilerlös für das Projekt geben bzw. einen Kuchen als "Standgebühr" spenden) oder mit einem Geldbetrag auf die unter "Spendenkonto" aufgeführten Bankverbindungen. Vielen herzlichen Dank für ihre Unterstützung unserer Jugend- und Wohnungslosen-Arbeit!