Menschen ohne Obdach (MOO-Projekt)
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Das MOO-Projekt

*** KEINE SOMMERPAUSE! Das MOO-Projekt findet erstmals auch in den Sommerferien statt, herzlich willkommen! ***
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Am Anfang stand eine Idee: Jugendliche und Menschen von der Straße, die am Rande der Gesellschaft stehen, zusammenbringen. Menschen einander begegnen lassen, die in verschiedenen Welten leben. Vorurteile überwinden, für den anderen da sein. Ein Projekt sollte entstehen, dass im Rahmen kirchlicher Jugendarbeit neue Wege beschreitet, das junge Menschen für Bedürftige sensibilisiert und ihnen Möglichkeiten eröffnet, sich ehrenamtlich sinnvoll zu betätigen. Gleichzeitig sollte MOO eine Jugendgruppe mit viel Spaß untereinander und netten Aktionen werden. Heute ist diese Idee Realität geworden: nach nunmehr 16 Jahren des Bestehens des MOO-Projektes können wir auf über 250 Jugendliche und noch einmal soviele Konfirmanden zurückblicken, die in langfristigen oder punktuellen Kontakt mit Wohnungslosen und den Ärmsten unserer Stadt gekommen sind. Sie alle haben Erfahrungen gesammelt, die sie mit Sicherheit nicht vergessen werden. Sie sind so Multiplikatoren in Schule, Familie und Freundeskreis, die erlebt haben, dass der vermeintliche "Penner" auch ein ganz normaler Mensch mit Träumen, mit Ideen und einer Geschichte ist. Die von dem Erlebten weitererzählen und so mithelfen, unsere Welt etwas (mit-)menschlicher zu machen. Mit MOO ist ein in Deutschland einmaliges Projekt diakonischer Jugendarbeit entstanden, das 2011 von der Rotary-Stiftung zu Lübeck mit dem Förderpreis für "beispielhaftes jugendliches Ehrenamt" sowie 2019 vom Hamburger Verein "Andere Zeiten" mit dem 2. Platz beim "Missionspreis" ausgezeichnet wurde. Welches Konzept steckt hinter MOO? MOO steht für Menschen ohne Obdach, ein Jugendprojekt der ev.-luth. Kirchengemeinde in St. Jürgen in Kooperation mit der Vorwerker Diakonie, das es bereits seit März 2006 gibt. Insgesamt 17 Jugendliche bzw. Jungerwachsene aus St. Jürgen von 14 - 24 Jahren sind im sozial-diakonischen Bereich der Wohnungslosenhilfe ehrenamtlich tätig. Früher zweimal im Monat, nun an jedem Montag trifft sich das Jugendteam zum sogenannten "Montagstreff" in der Zentralen Beratungsstelle für Männer in Notlagen (ZBS) der Vorwerker Diakonie, Wahmstr. 60. Dort wird unter der Leitung von MOO-Initiator Udo Blankenstein, zuständig in St. Jürgen für die Kinder- und Jugendarbeit, von den MOO-Teamern ein leckeres Essen zubereitet. Neben dem Aspekt der frischen und gesunden Zubereitung einer Mahlzeit - abseits von Tiefkühl- und Fertigprodukten - ist für die Heranwachsenden auch das Erlernen von Kompetenzen beim Kochen und in der Küche im MOO-Konzept von großer Wichtigkeit. Flexibilität und Teamwork werden ebenso groß geschrieben. Gemeinsam wird dann mit den zwischen 25 und 40 Gästen des Montagstreffs das Essen begonnen. Ein MOO-Teamer eröffnet das Essen mit einer kurzen Ansprache an die Besucher. Danach geben die Jugendlichen am Tresen der Eingangshalle das kostenlose Essen und Wasser bzw. Kaffee oder Tee als Getränk aus.

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Bei Tisch ergeben sich weitere Gespräche untereinander. Die Wahrnehmung der jeweils unterschiedlichen Lebenswelten beeindruckt Jugendliche sowie Hilfesuchende gleichermaßen, mit dem Resultat, dass trotz aller Verschiedenheit das Gemeinsame entdeckt wird. Teamerin Johanna hat als Konfirmandin einmal bei testweise mitgemacht und ist sofort dabeigeblieben und nunmehr seit 2015 bei MOO im Team. Sie sagt:"Wenn ich früher Menschen auf der Straße sitzen gesehen habe, habe ich sie nicht beachtet und mir keine Gedanken darüber gemacht, warum und wieso sie da sitzen, was mit ihnen los ist. Mittlerweile weiß ich, warum Menschen, wie unsere Besucher im Projekt, auf der Straße leben. Es gibt ja immer auch ganz spezielle Gründe dafür und es ist sehr interessant, darüber etwas zu erfahren. Jetzt sorge ich mich mehr um diese Menschen als früher, da hat sich meine Haltung komplett geändert." Im Dezember 2021, inmitten der Corona-Pandemie, haben wir uns einen Handwagen mit Thermobehälter zugelegt und ziehen in den Wintermonaten mit einem Teil des Teams damit durch die Lübecker Altstadt zu den Plätzen, wo unsere Klientel für gewöhnlich anzutreffen ist. Dort schenken wir dann unser selbst gekochtes Essen aus. Der andere Teil des Teams verbleibt in der Zentralen Beratungsstelle und empfängt unsere Gäste wie gewohnt. Ein- bis zweimal im Jahr müssen die MOO-Teamer:innen an einem Deeskalations- und Sicherheitstraining teilnehmen. In diesem Jugendprojekt müssen keine Themen künstlich aufbereitet werden, die Fragen an das Leben und den Sinn dahinter, Fragen, die jeden Heranwachsenden beschäftigen, stellen sich im MOO-Projekt durch die Begegnung mit Menschen, die die Schattenseiten im Leben nur zu gut kennen. Und auch der Tod einiger Stammgäste, oft verursacht durch übermäßigen Alkohol- und Drogenkonsum, hat neben der Trauer und Bestürzung im Team auch viele Gespräche über Leben und Tod, über Drogen und den Umgang mit traurigen Tagen geführt.

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Besondere Unternehmungen in all den Jahren wie Wochenend-Fahrradtouren, der Besuch des Gefängnisses in Lübeck (in dem manch einer unserer Besucher schon des Öfteren war), Theater- und Museenbesuche mit wohnungslosen Menschen, gemeinsames Bowlen u.ä. vertiefen die bereits lebhaften Kontakte. Die jugendlichen Teamer absolvieren auch regelmäßig ein Anti-Gewalt- und Deeskalations-Training, um ihre Kommunikation und Wahrnehmung, ihre Ressourcen und ihr Selbstbewusstsein zu verbessern. Zudem kommt das MOO-Team in den Jugendräumen der St.-Jürgen-Gemeinde hin und wieder zusammen, um Erlebtes zu reflektieren, aber auch, um sich als Gruppe auszutauschen und näher kennen zu lernen.

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Seit September 2008 wird der Montagstreff auch von Konfirmanden der St.-Jürgen-Gemeinde freiwillig besucht und unterstützt. Die 13-14jährigen profitieren dabei ebenfalls von den positiven Erfahrungen und werden behutsam an die Themenfelder "Armut", "Wohnungslosigkeit" und "Diakonische Arbeit" herangeführt. Jeweils ein erfahrener MOO-Teamer kümmert sich um einen Konfirmanden, beantwortet Fragen, stellt Kontakte zu den Besuchern her und ist so Vorbild für unsere jüngeren Hilfskräfte. Die Pröpstin des Kirchenkreises Lübeck Petra Kallies war im Januar 2010 im "Montagstreff" anwesend und zeigte sich hinterher erfreut von dem Engagement und der Gemeinschaft im Team der Jugendlichen. "Das MOO-Projekt ist wirklich ein zukunftsweisendes und beispielhaftes Projekt kirchlicher Jugendarbeit", konstatierte die Pröpstin. Auch von höchster Nordkirchen-Stelle kamen lobende Worte: Bischöffin Kirsten Fehrs bemerkte Anfang 2013, sie sei "schwer begeistert von der Aktion des MOO-Projektes", das sie aus der Ferne interessiert beobachte. Anfang 2013 wurde auch der NDR (Norddeutscher Rundfunk) auf das MOO-Projekt aufmerksam. Nach einem Beitrag auf NDR 1 - Welle Nord (zu hären unter "Fließende Worte" auf dieser Homepage), kam auch ein Fernseh-Team des "Schleswig-Holstein-Magazins" in den Jahren 2013 und 2015 vorbei und filmte und interviewte die MOO-Teamer:innen, Montagtreff-Besucher und Bewohner des Bodelschwingh-Heimes.

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Zur finanziellen Unterstützung des Projektes gibt es einmal im Jahr im September im Außengelände der St. Jürgen-Gemeinde einen MOO-Flohmarkt mit Kaffee- und Kuchentafel Benefiz-Live-Musik, u .a. durch die Lübecker Band "Point Blue" und die Jugend-Band "Sunset in Heaven" (s. Foto). Des Weiteren bekommen wir immer wieder Unterstützung von Lübecker Schulen: die Grund- und Gemeinschaftsschule St. Jürgen beispielweise organisierte mehrfach im Rahmen des Religionsunterrichts einen "MOO-Benefiz-Kuchen-und-Brötchen-Verkauf" in der Schule. Zudem kommen alljährlich fünf 7. Klassen der Schule in die Jugendräume in St. Jürgen, wo Projektleiter Udo Blankenstein und Teamer über das Thema Obdachlosigkeit und MOO informieren. Oder die Sozial-AG des Katharineums verkaufte selbstgebackenen Kuchen und spendete den Erlös. In einem weiteren Schritt werden Wohnungslose und Jugendliche gemeinsam Apfelbäume aus Privatgärten oder Institutionen abernten, Saft in einer Mosterei pressen lassen und für unser Projekt verkaufen. Unterstützen auch sie das MOO-Projekt mit ihrer Spende auf die unter "Spendenkonto" aufgeführten Bankverbindungen. Vielen herzlichen Dank für ihre Unterstützung unserer Jugend- und Wohnungslosen-Arbeit!